Tirols Wiedervereinigung mit Österreich 1814

Auszug aus dem Unterinntaler Boten vom 8. Mai 1915

 

Tirols Wiedervereinigung mit Oesterreich. 1814 den 26. Juny: Es beginnt ein neues überaus glückliches Zeitalter, welches von ganz Tyrol lang mit ungeheuren Seufzern erseht wurde, nämlich wir wurden am 26. Juny dem Rachen des Bayerischen Löwen, der alles verschlang, entrissen und durch Gottes Gnade dem glorreichsten und unbesiegbarsten Keißer Franz glückseligster Weise zurückgegeben. Diesen Tag hat der Herr gemacht, lasset uns also an demselben frohlocken! An diesem Tage wurde endlich wieder zu allgemeiner Freude und ohnbeschreiblichem Frohlocken aller Tyroler das Königl. Bayrische Wappen zu Innsbruck herabgenommen und dafür nach langer Erwartung das Keißerliche Königliche Oesterreichische Wappen mit größten Feirlichkeit aufgestellt. Zu dieser Feirlichkeit kamen die Bauern von allen auch entferntern Dörfer nach Innsbruck. Bereits von jedem Dorf war die Mannschaft in Kompagnien mit Stutzen bewaffnet eingetheilt. Jedes Dorf oder die Mannschaft davon zog mit türkischer Musik ein. Eine ohnzählige Menge des Voles war versamelt, alles frohlockte unter beständigem Wonne trunkenen Aufruffen: Es Lebe, Es Lebe unser bester Keißer Franz! 1814 den 29ten Juni wurde die oben beschriebene Feirlichkeit in der stadt Hall ebenso freudig abgehalten. 

Dasselbe Ereignis in der Chronik der Milser Schützen:

 

1814    Freudenjahr

 

            Ein Sprichwort sagt: Auf viel Leid folgt oft große Freud. Und so war es 1814. Es kam die Befreiung Tirols, Tirol wurde mit Österreich vereinigt. Am Tag vor Jakobi am 24. Juli läuteten sämtliche Glocken die Befreiung Tirols ein, die Milser hielten an diesem Tag einen Dankgottesdienst, an dem sich die ganze Bevölkerung beteiligte. Prozessionen wurden abgehalten, der Berg Isel leuchtete, als stünde er in Flammen, ganz Innsbruck und Hall waren beflaggt und festlich verziert. In den Bergen leuchteten Freudenfeuer auf. Die Männer und Burschen von Mils machten Feuer unterhalb des Holzes, es schien in der Nacht, als wäre es eine brennende Kette von Mils bis Baumkirchen.

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